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einem Bücherwurm von Bankbeamten zu gehören schien, rief in ihr ganz eigene Gedanken wach.

Sie sprachen von alltäglichen Dingen; von der Geschäftslage, von Theater und Konzerten, dem neuesten Sensationsprozeß und der ersten Segelregatta des Jachtklubs, die am 6. Mai zu Ehren des Deutschen Kronprinzen stattfinden sollte. Erst allmählich bekam die Unterhaltung ein mehr persönliches Gepräge. Margot Bellersen fragte, ob er sich nun schon damit abgefunden habe, daß Gerbert und nicht er selbst Prokurist geworden wäre.

„Längst, gnädiges Fräulein,“ erwiderte er, indem er mit starkem Segelzwirn einen Riß am Haupttau des Großsegels reparierte. „Gerbert hat es auch schlecht angetroffen,“ fuhr er fort. „Gerade jetzt herrscht ja eine Unsicherheit und eine Nervosität auf dem Geldmarkt, die es nicht leicht macht, die richtigen Dispositionen zu treffen.“

Etwas in der Art, wie er das Letzte sagte, ließ sie stutzig werden, zumal er schon vorhin eine ähnliche Bemerkung hatte fallen lassen.

„Wollen Sie etwa andeuten, daß die Geschäfte im allgemeinen schlecht gehen?“ fragte sie mit einer leisen Furchtempfindung.

„Sie gehen sogar sehr schlecht.“ Er rollte erst das Großsegel zusammen und fügte dann hinzu: „Ich möchte mich über diesen Punkt aber nicht weiter auslassen. Wer weiß, ob das Ihrem Herrn Vater recht ist.“

Das unbestimmte Angstgefühl wuchs immer mehr in der Seele der jungen Dame, die ja auch an anderen Anzeichen gemerkt hatte, daß die Firma Bellersen u. Hord einer Krise entgegenging.

„Da mögen Sie vielleicht das Richtige vermuten,“ meinte sie jetzt scheinbar gleichgültig. „Papa spricht ja mit mir höchst ungern über geschäftliche Dinge. Und

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Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/48&oldid=3325342 (Version vom 1.8.2018)