Seite:Gräfin Trixchen.pdf/50

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Strumpfes sichtbar wurden.

Unwillkürlich nahm Norgard das Bild dieses jungen, so nachlässig dasitzenden schönen Weibes mit einem Gefühl einer unbestimmten Unruhe in sich auf. Seine Blicke, die sie wie taxierend musterten, begegneten jetzt den ihren. Wie ein Flimmern war es in ihren Pupillen, wie ein lockendes Gleißen. Er merkte, wie sein Herz schneller zu schlagen begann, wie Gedanken in ihm wach wurden, die er bisher weit von sich gewiesen hatte.

Und ihre Blicke ließen ihn nicht los. Wie magnetisch angezogen trat er näher und setzte sich dicht neben sie auf das Deck.

„So, das ist nett von Ihnen,“ meinte sie, als er jetzt schnell nach dem Zigarettenetui griff, um den Zauber dieser Minute gewaltsam zu zerstören. „Wenn Sie immer hin und herlaufen, habe ich nichts von Ihnen. Das bleibt immer eine halbe Unterhaltung.“

Ein Streichholz flammte auf. Aber sie wollte nicht, daß er sich ihr auf diese Weise entwand.

„Geben Sie mir auch Feuer – so, danke –“

Sie nahm ihm die glimmende Zigarette einfach aus der Hand. Dabei streiften ihre Finger die seinen, blieben einen Moment wie liebkosend darauf liegen.

Eine heiße Blutwelle schoß ihm ins Gesicht. Und dann – dann stieß er fast keuchend hervor. als sie ihn wieder so übermütig und doch mit scheinbarer Zärtlichkeit fest anblickte:[1]

„Margot – ich bin nicht der Mann, der mit sich spielen läßt, ich nicht –“

Er befand sich wie in einem Rausch. Seine Rechte hatte ihr Handgelenk umspannt. Und so zog er sie immer näher zu sich heran.

Da sprang sie verwirrt auf und, als flüchte sie vor ihm, eilte sie die schmale Treppe zu der kleinen Kajüte hinab. In der Tür blieb sie stehen. Und wie

  1. Vorlage: : ergänzt
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Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 50. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/50&oldid=3325345 (Version vom 1.8.2018)