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9. Kapitel.
Auf Roßmers Farm.

Der Expreß-Zug, der von Minneapolis alle drei Tage nach Fort Benson im nordamerikanischen Staate Montana abgeht, hält bei Fort Shaw nur nach Bedarf. Heute stieg dort ein einzelner Passagier aus, ein junger Mann in praktischem grünlich-grauen Reiseanzug. Kaum hatte der Erpreß den Fahrgast abgesetzt, als er sich auch schon fauchend und stöhnend wieder davonmachte und den Reisenden einsam und todmüde auf dem Bahnsteig zurückließ. Der Fremde hatte jetzt seine Reisetasche, auf der sein Ulster aufgeschnallt war, ergriffen und näherte sich dem großen Fenster, durch das das Bahnamt sein Licht erhielt. Er klopfte – einmal – wieder und wieder. Endlich wurde eine kleine Klappe aufgerissen.

Ob er ein Fuhrwerk nach Roßmers Farm erhalten könne, fragte der Reisende dann den brummigen Beamten in einem Englisch, das recht geringe Übung in dieser Sprache verriet.

Eine Stunde später rumpelte ein elendes, zweirädriges Gefährt die sogenannte Straße entlang, die an den Ostausläufern des Felsengebirges vorbeiführte und nach dem Städtchen Peakweater die beste Verbindung darstellte, wie der Rosselenker dem Fremden bedeutete. Auf halbem Wege nach Peakweater sollte Roßmers Farm liegen.

Der Reisende war bald auf dem sich mühsam durch den Sand vorwärtsquälenden Wagen fest eingeschlafen. Er erwachte erst, als der Schinderkarren plötzlich hielt. Schlaftrunken rieb er sich die Augen. Und dann hörte er eine Stimme, die ihm nur zu gut bekannt war, und zwar deutsche Laute:

„Hallo, Gerhard, Murmeltier! Endlich ist er wach. Nein, haben Sie aber einen Schlaf! Ich brülle

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Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/82&oldid=3325380 (Version vom 1.8.2018)