Seite:Gräfin Trixchen.pdf/83

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Ihnen ja schon minutenlang mein mehr als überraschtes Willkommen in die Ohren!“

Mit einem Satz war der Fremde vom Wagen herunter.

„Fritz – Fritz – endlich!“

Die beiden hielten sich eine ganze Weile fest umschlungen. Dann wurde schleunigst der Wagenbesitzer abgelohnt und der Rest des Weges zu Fuß fortgesetzt.

„Wahrhaftig,“ meinte Fritz Norgard, indem er seinen Arm in den des anderen schob, „wahrhaftig, ich glaubte meinen Augen nicht trauen zu dürfen! Was führt denn Sie in diese Sandwüste, Gerhard?! – So reden Sie doch! Sie sehen ja, ich zappele vor Ungeduld –“

„Später, Fritz – später. So mit ein paar Worten läßt sich das nicht sagen.“

Zur Rechten bemerkte Gerhard jetzt in der Ferne, eingebettet in eine Baumgruppe und umgeben von abgeernteten Getreidefeldern, einige Dächer größerer Gebäude.

„Roßmers Farm,“ erklärte Norgard. „Und da drüben die hohen Holztürme, das sind die Bohrmaschinen, die all das schöne Geld verschlungen haben.“

Schweigend setzten sie nun ihren Weg fort, bis sie das kleine, aus Brettern roh zusammengeschlagene Häuschen erreichten[1], das dicht neben den über eine Fläche von etwa 600 Quadratmeter verstreut stehenden Bohrtürmen errichtet war und in dem Fritz Norgard wie ein Hinterwälder ohne jede Bequemlichkeit hauste.

Nachdem Gerhard sich dann durch einen Imbiß gestärkt hatte, mußte er sich auf Norgards Bett legen, um sich zunächst etwas auszuruhen. Er versank denn auch sofort in tiefen Schlaf und erwachte erst am späten Nachmittag, als die Sonne bereits im Untergehen


  1. Vorlage: errichten
Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 83. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/83&oldid=3325381 (Version vom 1.8.2018)