Seite:Gräfin Trixchen.pdf/87

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lagen, beschleunigte der junge Handelsherr die Fahrgeschwindigkeit, und so sausten sie denn im 60 Kilometertempo die glatte, den Stadtwald durchschneidende Chaussee dahin. Margot von Natur ängstlich und stets sehr besorgt um ihr kostbares Leben, hätte nur zu gern dieser wilden Jagd, die sie gar nicht zum Genuß des schönen winterlichen Landschaftsbildes kommen ließ, durch eine ihr fraglos gern gewährte Bitte um eine Verringerung der Geschwindigkeit ein Ende gemacht. Aber die Berechnung verschloß ihr den Mund. Sie wußte, daß Gustav Burmeester Autofahrer mit Leib und Seele war und sicher etwas enttäuscht sein würde, wenn er merkte, wie wenig Geschmack sie an diesem Dahinrasen fand. Noch hatte er ja nicht das entscheidende Wort gesprochen.

Mitten im Hochwald der königlichen Forst brachte der junge Handelsherr den Wagen endlich zum Stehen. Und, indem er sich die Autobrille abnahm und die Pelzdecke zurückschlug, fragte er mit freudig blitzenden Augen, die seinem ziemlich nichtssagenden Gesicht wenigstens einen flüchtigen Reiz verliehen:[1]

„War diese Fahrt nicht wunderbar, Fräulein Margot? – Wie wär’s, wenn wir hier ausstiegen und ein wenig zu Fuß weiterwanderten?“

Margot Bellersen, der dieses Alleinsein recht gelegen kam, nickte anscheinend hocherfreut.

„Gern, sogar sehr gern würde ich ein Stück laufen. Nur – wo lassen wir das Auto?“

„Keine Sorge,“ erwiderte er, mit der Hand nach vorwärts deutend. „Dort hinter der Biegung liegt die Försterei Hirschgrund. Dort werden wir den Wagen einstellen.“ –

Durch die feierliche Stille einer Tannenschonung, deren dunkelgrüne Nadelbäume wie mit Schnee überpudert zu sein schienen, schritten sie auf dem schmalen Fahrwege dahin. Nichts störte die stimmungsvolle

  1. Vorlage: : ergänzt
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Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 87. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/87&oldid=3122179 (Version vom 11.5.2018)