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nur etwas Mühe zu geben, seine Stimme rücksichtsvoll wie bisher zu dämpfen. „Ich komme direkt aus dem Geschäft. Eine nette Überraschung bringe ich. Du wirst staunen! Es ist wirklich, als ob sich alles gegen uns verschworen hätte. Was bedeuten Gustav Burmeesters lumpige drei oder vier Millionen gegen das, was dieser - dieser Glücksmensch von Norgard jetzt einheimst. So etwas kann ja nur drüben in Amerika passieren, solche Vermögen fallen einem nur über Nacht in dem Lande in den Schoß, in dem der Dollar regiert und – der blinde Zufall –“

Margot war bei Nennung des Namens ihres ersten Verlobten sofort aufmerksam geworden. Sie ahnte bereits, welcher Art die Nachricht war, die ihren kaltblütigen Vater derart in Aufruhr versetzt hatte.

Thomas Bellersen entfaltete jetzt die Zeitung, eine Nummer des Börsenkuriers, und las ihr folgenden Artikel vor, wobei er einzelne Sätze besonders hervorhob:

„Aus Montana kommt eine Kunde, die den Petroleummarkt in nächster Zeit recht wesentlich beeinflussen dürfte. Im Sommer dieses Jahres hatte ein Deutscher namens Norgard einen großen Teil der sogenannten Roßmer-Farm erworben und begann dort sofort in großzügiger Weise nach Petroleum zu bohren. Bis in den Spätherbst hinein waren die Resultate jedoch derart gering, daß jener Deutsche, der inzwischen in der Person eines Ingenieurs, eines guten Freundes, einen Kompagnon erhalten hatte, schon daran dachte, das Gebiet wieder zu veräußern und die Arbeiten ganz einzustellen. Eine Woche, nachdem der Freund Norgards dann die Terrains genau untersucht hatte, was[1] an der Hand einer von einem alten Petroleum-Prospekter herstammenden Karte geschah, nahmen die beiden Deutschen dann jedoch die Arbeiten in vollem Umfange wieder auf, verlängerten


  1. Vorlage: wars
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Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 92. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/92&oldid=3325390 (Version vom 1.8.2018)