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Sicharski, der Besitzer von acht Millionen, in tadellosem Frackanzug vor den Grafen hintrat und offiziell um die Hand von dessen Tochter anhielt. Wieder mußte Seine Exzellenz sich eingestehen, daß dieser schlanke, elegante Herr wirklich eine ebenso hübsche wie vornehme Erscheinung war. Diese Unterredung war nur kurz. Und nun rief der Admiral, der zur Feier des Tages große Uniform angelegt hatte, Frau und Tochter aus dem Nebenzimmer herein. Sehr würdevoll gedachte er die Szene zu gestalten, hatte sich schon eine kleine Ansprache zurechtgelegt, in der er zum Ausdruck zu bringen gedachte, wie schwer es ihm würde, sein Kind schon jetzt durch ein Verlöbnis über die Zukunft entscheiden zu lassen. Aber Komtesse Trixchen machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung. Mit einem Jubelruf flog sie dem Geliebten entgegen, barg ihr Haupt an seiner Brust und flüsterte nur immer wieder: „Endlich, endlich!“

Zwei Monate später führte Gerhard dann sein junges Weib nach einer nur im engsten Kreise gefeierten Hochzeit in die neue Heimat nach Montana hinüber, wo Fritz Norgard inzwischen für das neuvermählte Paar eine reizende Villa unweit der Ölterrains hatte errichten lassen, eine Villa, die, echt amerikanisch, fix und fertig in St. Louis gekauft und dann bei Roßmers Farm wieder zusammengesetzt worden war.

Und wieder einen Monat später machte sich Fritz Norgard auf den Weg nach dem alten Europa. Gertrud Sicharski, mit der sich langsam ein schließlich recht lebhafter Briefwechsel angesponnen hatte, wollte er nach Tagen reiner Sehnsucht ganz für sich erobern. Er hatte endlich erkannt, wo seiner das wahre Glück wartete.



Druck: P. Lehmanm G. m. b. H., Berlin.


Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Gräfin Trixchen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 96. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Gr%C3%A4fin_Trixchen.pdf/96&oldid=3325394 (Version vom 1.8.2018)