Seite:Graesse Sagenschatz Sachsens I 477.jpg

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die Meilerstätte kommt, und den Schmiedegesellen, welcher mit aufladen soll, nicht findet, oben im Gebüsche sich aber etwas bewegen sieht, meint er, es sei der Gehilfe, ruft daher, er solle sich herpacken und mit aufladen. Hierauf erschallt eine Stimme: „jetzt gleich!“ Es kommt auch wirklich Jemand und hilft ihm etliche Kübel Kohlen auf den Karren heben, also daß Friedrich nicht anders meint, er habe seinen Gesellen. Nachdem aber der Kohlenstaub sich ein wenig legt, sieht er an dessen Unterleibe eine seltsame Gestalt, stößt ihn daher von sich und spricht, er solle sich packen, seine Hilfe begehre er nicht. Worauf der Andere, indem Friedrich weiter aufladet, das Löschfäßlein umkehrt und solches mit lauter Churf. neuem ganzen Gelde belegt, mit Begehren, weil Friedrich ein armer Mann, solle er es nehmen, und so oft er was brauche, wieder an diese Stätte kommen, weil er ihm ein mehreres geben wolle. Hierüber wurde Friedrich unwillig und stieß das Faß mit sammt dem Gelde übern Haufen, daß dieses auf dem ganzen Platze zerstreut lag, der Andere aber rafft es im Huy wieder in seinen Beutel zusammen und hält es Friedrichen also dar. Dieser kehrt sich zwar an nichts und fährt fort, muß aber diesen Gefährten ein gutes Stück Wegs ferner mit sich haben, der nun ihm immer den Beutel vorhält, bisweilen das Geld schüttelt und es ihm aufdringen will, bis Friedrich aus Ungeduld ihn garstig gescholten und mit der Peitsche geschlagen hat. Darauf ist dieser in das Holz gegangen, jenen aber hat ein solcher Dampf und Gestank überfallen, daß er zu ersticken vermeinte, wie er denn sich auch wirklich lange nachher noch unpäßlich befand.


534) Das Männchen in der Grube zu Johann-Georgenstadt.
Engelschall a. a. O. S. 136. Poetisch beh. v. Segnitz. Bd. I. S. 23. sq.

Am 7. August des Jahres 1719 arbeitete in dem Bergwerke zur Treuen Freundschaft vor dem tiefen Ort der Häuer Johann Christoph Schlott, und da man zu Mittag auspocht,

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Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 477. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_477.jpg&oldid=- (Version vom 1.8.2018)