Seite:Grandison der Zweite 2.pdf/49

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Es ist andem, Ihr letztes Schreiben hat uns in etwas bestürzt gemacht. Sie dürfen nicht denken, daß ich hier in der Sprache großer Herren rede, und mich alleine verstehe, der Baron und meine Schwester lesen Ihre Briefe, und ich glaube, Sie gestatten es. Zu einem ernstlichen Duell zwischen meinem Oncle und dem Major will es der Baron durchaus nicht kommen lassen, und wenn er sich selbst mit dem letztern herumschlagen müßte; indessen denkt er nicht, daß es so gefährlich ist. Er ist gestern mit dem Major in Reichenberg in Gesellschaft gewesen; er hat sich aber nicht das geringste von einem Unwillen gegen meinen Oncle merken lassen. Der Baron glaubt, die Frau v. W. müßte ihm ein Stillschweigen auferlegt haben, damit er sich nicht zum Schiedsrichter unter den Partheien aufwerfen möchte. Diesem Vormittag war der Magister hier. Ich machte mich an ihn, um zu erfahren; ob sein Patron auf dem Brief an den Herrn v. W. eine Antwort erhalten hätte. Er verwunderte sich außerordentlich darüber, daß ich wußte, daß der

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 2. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1761, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_2.pdf/49&oldid=- (Version vom 1.8.2018)