Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/122

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

und dem Fräulein v. W. zu schmeicheln, wenn diese neue Akademie nach Ihr wird benennet werden. Dieses thut jedoch der guten Sache keinen Eintrag, und kann als ein Adiaphoron angesehen werden. Wenn Sie es erlauben meine Ahndung zu entdecken, so sehe ich aus dieser Knospe für unser werthes Vaterland sehr viel gutes hervorkeimen. Jedermann, auch die geringsten Landleute die weder lesen noch schreiben können, gleichwohl aber in manche Theile der Wissenschaften, die sie ex Praxi erlernen, ein tieferes Einsehen haben, als spekulativisch Gelehrte, werden dadurch aufgemuntert, ihr Pfund aus dem Schweißtuch hervor zu langen, ihre besondere Kenntniß in dieser und jener Sache zu offenbaren, und folglich das gemeine Beste zu befördern. Eine glückliche Aemulation wird alle Innwohner dieser Gegend antreiben, wenn sie einige aus ihrem Mittel durch besondere Ehrenzeichen belohnet sehen, die sie durch neue Entdeckungen in allerlei nützlichen Künsten und Wissenschaften sich erworben

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 120. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/122&oldid=- (Version vom 1.8.2018)