Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/129

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Denn ob man wohl anfänglich entschlossen war, auch das schöne Geschlecht an diesem Instituto Antheil nehmen zu lassen; besonders da das Frauenzimmer zu allen Künsten und Wissenschaften vorzüglich geschickt ist; auch zum Theil die Schönen in der Gelehrsamkeit bei schlechtem Unterricht es sehr weit bringen, dergestalt, daß wenn auf sie eben die Sorgfalt gewendet würde als auf unser Geschlecht, die bärtigten Gelehrten gegen die gelehrten Schönen nur arme Schächer seyn würden: so hat man doch das Frauenzimmer von dieser Ehre, in so fern gänzlich ausgeschlossen, daß sie niemals in der Akademie, wegen besorglicher Zänkereien, auch neuen Ketzereien in den Wissenschaften, wozu sie ein ganz besonderes Talent haben, wie dieses aus den Verzeichnissen ketzerischer und schwärmerischer Weiber zu ersehen, Sitz und Stimme erlangen sollen. Jedoch wird dem jedesmaligen Präsidenten und übrigen einheimischen Mitgliedern freigelassen, gelehrte und durch gemeinnützige Schriften bekannte

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 127. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/129&oldid=- (Version vom 1.8.2018)