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Frauenzimmer, zu Ehrenmitglieder zu erklären.

2.) Es giebt zweierlei Arten von Gelehrten, einige treiben die Wissenschaften als ein Handwerk, und nähren sich davon, welche der gemeine Mann Studirte nennt, sie selbst geben sich den Namen literati; andere erlangen eine deutliche Erkenntniß nützlicher Dinge durch die Uebung oder durch eignen Fleiß. Diese letztern werden Avtodidacti genennt, weil sie nicht zünftig sind und von den gelehrten Meistern für Pfuscher und Bönhasen angesehen werden. Ob nun gleich zugegeben wird, daß diese ehrlichen Leute in der gelehrten Republick unter die Hintersiedler gehören, so ist doch kein Grund vorhanden sie aus solcher ganz und gar zu verstoßen, und mithin wird man auch keinen angeben können, ihnen den Zutritt zu unsrer neuen Akademie zu versperren. Aus dieser Ursache werden auch Unstudirte, wenn sie nur eine gute Erkenntniß nützlicher Dinge besitzen, als nützliche Mitglieder in derselben ihren Platz finden.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 128. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/130&oldid=- (Version vom 1.8.2018)