Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/187

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machen, daß eben zu der Zeit, da Rom anfing auf den Gipfel seiner Größe zu steigen, die Bärte abgeschafft wurden, und daß besonders diese Mode in das güldne Zeitalter der gelehrten Sprache fällt, ja daß eben dieses auch von unsrer Zeit eintrifft. Jetzt da die Sitten und die Gelehrsamkeit wiederum empor gestiegen, herrscht das tirannische Scheermesser abermal über unser Kinn; allein nichts ist leichter als diesen Einwurf zu widerlegen. Erstlich bemerken wir überhaupt, daß er gar nicht wider unsern Hauptsatz gerichtet ist: denn da wir weiter nichts beweisen wollen, als daß der Satz falsch sey, wenn vorgegeben wird, daß die Welt allezeit barbarisch gewesen wäre, wenn die Gelehrten Bärte getragen hätten, so können wir es zugeben, daß es Zeiten gegeben hat, da die Welt gelehrt und gesittet gewesen, wenn die Bärte in der gelehrten Republick nicht sind gedultet worden. Aber wir wollen es nur gestehen, daß wir wirklich die Meinung hegen, daß bärtige Gelehrte für die Sitten und Gelehrsamkeit

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 185. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/187&oldid=- (Version vom 1.8.2018)