Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/205

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

die Ehre, ein Märtirer derselben zu heißen, niemand streitig machen könnte. Nachdem nun der Speisesaal ein gelehrtes Ansehen erhalten hatte, so verfügte sich das Frauenzimmer, und alle die nicht zu der gelehrten Versammlung gehörten, in das Nebenzimmer, doch sollte die Thür offen bleiben, damit wir sehen könnten was vorging. Es wurden zu beiden Seiten des Rednerstuhls Stühle gesetzt, zur rechten Hand für die Ehrenmitglieder, welches die vornehme Seite hies, und zur linken für die ordentlichen, welches der Magister die gelehrte nennete. Alle in dem Verzeichnisse benannte innländische[WS 1] Mitglieder waren gegenwärtig, und weil die gelehrte Bank meistens aus Schulmeistern bestehet, so führten diese erstlich eine trefliche Motette auf, wobei die beiden Redner ihre Stimme singend hören ließen. Hierauf verließ der Cantor Eck seinen Baß mit einem tiefen Reverenze und betrat den Rednerstuhl. Der Herr v. W., als Präsident der Akademie, war schon unter der Musik eingeschlafen, und

  1. Vorlage:innländischr
Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 203. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/205&oldid=- (Version vom 1.8.2018)