Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/210

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ein Gewissen gemacht, dem Herrn Pfarr ins Amt zu fallen und einen Hofprediger, auf dem Schlosse unsers Junkers, abzugeben; aber weil sich andere kein Gewissen daraus machen, auch überdem diese Predigten ganz anders beschaffen sind, als die man in der Kirche hält, und die Kanzel eine ganz andere Figur hat: so glaube ich, daß mir eben das erlaubt ist, was andere meines gleichen thun dürfen. Zu dem Ende habe ich mich niedergesetzt und habe hin und her gesonnen, um eine solche Predigt, wie die seinige war, zu entwerfen, und den Text, den mir der Herr Magister vorgeschrieben, zu erklären. Es wird ihm, sonder Zweifel, noch erinnerlich seyn, daß mir der Herr Magister gestern Abend beim Weggehen sagte, ich sollte untersuchen, ob das ut re mi fa sol la oder das c d e f g zur Benennung der Töne in der Musik bequemer sey. Ich weiß in meinem Leibe keinen Rath, was ich in dieser kützlichen Materie anfangen soll. Der Herr Magister ist mir sein Tage nicht recht gut gewesen, darum

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 208. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/210&oldid=- (Version vom 1.8.2018)