Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/228

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Leute dürfen sich auch immer etwas mehr herausnehmen als andere, und ihre Fehler sind wie die Narben, die manche Gesichter mehr verschönern als verstellen. Unsre Zeiten sind nicht arm an Virtuosen, und unser Vaterland hat davon auch eine große Anzahl aufzuweisen. Viele davon kenne ich von Person, viele dem Namen nach, einige aus ihren Werken, einige sind mir auch ganz und gar unbekannt. Wenn sie freilich alle mit einem Stempel gezeichnet wären, wie die Geleitszeddel, so würde man es jedem ansehen, wer ein Virtuose ist, oder dafür will gehalten seyn. Ich könnte viele mit Namen nennen und sie dadurch in hiesiger Gegend bekannt machen, doch weil ich sie nicht alle kenne, so will ich, damit es keinem verdrüßt, alle, außer einem einzigen, auf den ich eine Lobrede halten soll, mit Stilleschweigen übergehen. Er heist Herr Händel, und soll, wenn anders den Zeitungen zu trauen ist, nicht mehr am Leben seyn. Ich habe ihn nie mit Augen gesehen, ob ich gleich in meinem Leben

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 226. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/228&oldid=- (Version vom 1.8.2018)