Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/243

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einen Malter Wacholdern darüber verräuchert hat. Die Reisenden und Antiquarii pflegen sich aus Curiosität allezeit dahin zu verfügen, um von der Gewißheit dieser Sache Erkundigung einzuziehen, und bezeugen einmüthig, daß sich alles in der That so befinde, und diese Historie keinesweges unter die Mährgen gehöret. Wenn ich weitläuftig seyn wollte, so könnte ich nun zu den lebendigen Antiquitäten schreiten, und die alten Greiße beiderlei Geschlechts, welche in unserm Orte ziemlich zahlreich anzutreffen sind, nach einander beschreiben. Weil dieses aber auch zu einer andern Zeit geschehen kann, so will ich es jetzo unterlassen, und nur überhaupt anmerken, daß manche große Stadt nicht so viele alte Leute aufzuweisen hat, als unser Dorf. Deswegen stehet auch eine ehrbare Gemeinde in dem Rufe der Klugheit, wie denn andere Oerter, die größer und ansehnlicher sind, wenn schwere und wichtige Händel vorfallen, bei uns sich Raths zu erholen pflegen. Auch verstehen sich unsere

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 241. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/243&oldid=- (Version vom 1.8.2018)