Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/258

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dessen nicht erinnere: Ich habe es aber nicht in der Absicht gethan, wie Sie sich einbilden. Habe ich Sie so genennet, so ist dieses in Ansehung meines Alters geschehen, das mich berechtiget, Sie, der Sie jünger sind als ich, eher einen Sohn als Bruder zu nennen, und dadurch habe ich Ihnen nur meine Freundschaft bezeigen wollen. Damit Sie sehen, daß aus diesem Worte gar nichts zu machen ist, so will ich Ihnen nur das rechte Verständniß eröffnen. Wenn ich Sie meinen Sohn nenne, so betrachte ich Sie allezeit als meinen Beichtsohn, und in diesem Verstande nenne ich auch den Schäfer und den Nachtwächter meinen Sohn. Gesetzt, aber nicht zugegeben, daß ich einmal nicht abgeneigt gewesen wäre, Sie zu meinem Eidam anzunehmen, so waren Sie damals noch nicht von dem schädlichen und gefährlichen Gifte der Irrthümer, die Sie jetzt öffentlich verteidigen, angesteckt, wenigstens brauchten Sie mehrere Vorsichtigkeit, Ihre gefährlichen Meinungen zu verbergen. Weil ich Ihnen

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 256. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/258&oldid=- (Version vom 1.8.2018)