Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/264

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

jetzt martern Sie die armen Schuldiener in der Nachbarschaft, daß sie wöchentlich einen beschwerlichen Weg thun müssen, dabei bilden Sie ihnen wunderliche Dinge und einen seltsamen Stolz ein, daß sie sich gegen ihre Pfarrherren auflehnen und nicht mehr Gehorsam leisten wollen. Mit einem Worte, Sie fangen so viel Unheil an, und ich muß täglich so viel Klagen über Sie hören, daß, wenn dem Unwesen nicht bald gesteuret wird, der gänzliche Ruin unsrer Gemeinde dadurch zu befürchten stehet. Ich will zwar von Ihnen nach der christlichen Liebe das beste hoffen, und zweifle noch nicht an Ihrer Besserung; aber ich kann nicht umhin, Ihnen die Gedanken zu eröffnen, worinne ich stehe, daß Sie vielleicht gar unter dem Scheine, einige unwissende Leute gelehrt zu machen, eine alte Ketzerei, wovon Sie, wie es scheinet, vollstecken, unter diesen einfältigen Leuten aufwärmen wollen. Ich warne Sie als ein guter Freund, von diesem bösen Vorhaben abzustehen, oder ich kann Ihnen nicht

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 262. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/264&oldid=- (Version vom 1.8.2018)