Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/269

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die mir Ihre schönen Augen geschworen haben, nicht brechen, noch vielweniger als die Tochter eines Geistlichen diesen Stand so sehr verachten werden, daß Sie ihr Herz einen Mitgliede desselben entziehen und es an einen Rechtsgelehrten schenken sollten. Ich weiß aber, welchen gefährlichen Nachstellungen junge Frauenzimmer unterworfen sind, und wie leicht sie in ihren Entschließungen können wankend gemacht werden. Erlauben Sie dahero, daß ich Ihnen, da Sie doch lauter gelehrte Liebhaber haben, alle Gattungen derselben mit wenig Worten schildere, damit Sie hieraus beurtheilen können, welche Parthei Sie zu erwählen haben, und welcher Stand sich für Sie am besten schickt. Ich habe Ihnen mehr als einmal gesagt, da Sie noch meinem Unterrichte anvertrauet waren, daß es, nach den Sprichwort, verschiedene Arten von Krebsen giebt, und so ist es auch mit den Gelehrten, es giebt unter ihnen verschiedene Gattungen, welches Sie auch daher schlüßen können, wenn Sie nur einige

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 267. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/269&oldid=- (Version vom 1.8.2018)