Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/270

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Gelehrte in ihren Verrichtungen gegen einander halten. Zum Exempel, Ihr Herr Vater ist ein Gelehrter und kann keine Processe vertragen, der Gerichtshalter ist ein Gelehrter und nährt sich von Processen, kann aber nicht predigen. Ich bin ein Gelehrter und kann nur, vermöge meiner Wissenschaft, den Verstand bessern, aber nicht die Gesundheit des Körpers, der Herr Doctor aus H. kann die Gesundheit des Körpers verbessern, aber nicht den Verstand, und ist doch gleichwohl auch ein Gelehrter. Sie sollen demnach wissen, daß es viererlei Gattungen von Gelehrten giebt, die vornehmsten sind die Theologen, oder die Geistlichen, gegen diese habe ich Ihnen jederzeit Hochachtung eingepräget. Sie geben auf Akademien oben an, wie denn auch auf dem Lande der Pfarrer der vornehmste Mann im Dorfe ist, wenn kein Edelmann oder ein Amtmann daselbst wohnet. Die Geistlichen sind weise, verständige, gelehrte Männer, die sich zu der Wissenschaft schicken, der sie sich widmen. Sie thun Niemand etwas

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 268. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/270&oldid=- (Version vom 1.8.2018)