Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/287

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und im Amte stünde; doch wider mein Vermuthen fand ich mich in dieser süßen Hoffnung getäuschet. Ich brachte nicht nur in sichere Erfahrung, daß Dero Gerichtshalter, ungeachtet es ihm zuverläßig bekannt war, daß ich Jungfer Hannchen als mein Eigenthum betrachtete, sich die Freiheit genommen, sie insgeheim zu verehren, sondern es hat auch derselbe sich erkühnet, durch einen Abgeordneten sein Wort gestern bei ihrem Vater anbringen zu lassen, und will mir also wider meinen Dank diesen Bissen vor dem Maule hinwegnehmen. Es heißt zwar nach dem Sprüchworte: inter arma silent leges, und er scheinet die Absicht zu haben, von diesem alten Canon Vortheil zu ziehen: allein wenn dem also ist, so wird er selbst bekennen müssen, daß er jetzo auch unter die unnützen Meublen gehöret, und er kann seine Gerichtsstube nur immer zuschlüßen. Da ich nun seit vielen Jahren auf dieses Frauenzimmer eheliche Absicht geheget habe, und zwar ehe er noch an sie hat denken können;

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 285. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/287&oldid=- (Version vom 1.8.2018)