Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/297

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Bornseil, der so lange er lebet, über Sie seufzet: aber hören Sie, nehmen Sie sich vor mir in acht, an mir finden Sie Ihren Mann, der Krug geht so lange zum Wasser, bis er zerbricht. Der geringste Anschein einer Bosheit, die Sie gegen mich im Sinne haben, bricht Ihnen zuverläßig den Hals. Ich habe meine Canäle, durch welche ich alles, was Sie gegen mich schmieden, gewiß entdecke, und damit Sie überführet werden, daß dieses keine leeren Worte sind, so will ich Ihnen davon Beweise vor Augen legen. Ich weiß, daß Sie einen sehr langen Brief, der mit den verkehrtesten Einfällen angefüllet ist, an den Herrn Pfarr Wendelin geschrieben, und in solchem um meine Braut gleichfalls Anwerbung gethan haben; ich weiß auch, daß Sie noch an eben demselben Tage eine abschlägliche Antwort erhielten. Es ist mir nicht unbekannt, daß Sie hierauf, um Ihren Korb in bester Form Rechtens zu erhalten, selbst an Jungfer Hannchen geschrieben, und in diesem Briefe mich und meine Herren Amtsbrüder abscheulich herum genommen haben, daß wenn ichs genau suchen wollte, Sie als ein Pasquillant mir eine kniende Abbitte thun sollten; aber ich denke von Ihnen: heu quantum distas ab ego! Ich

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 295. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/297&oldid=- (Version vom 1.8.2018)