Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/36

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sogleich nach Ihrem Verlangen befolgen, und an dem andern will ich Tag und Nacht arbeiten, um ihn so vollkommen zu machen, daß Sie all einem glücklichen Fortgang nicht zweifeln dürfen. Herr Lampert, den ich als die Triebfeder aller Versuche ansehe, Ihre Liebe glücklich zu machen, verdient Ihre Gewogenheit im höchsten Grad, er hat Ihr Vorhaben auf eine wunderbare und ganz neue Art auszuführen gesucht, und wenn es ihm nicht vollkommen geglückt hat: so liegt die Schuld ganz und gar nicht an dem Plan und dessen Ausführung, sondern vielmehr, wie Sie vortreflich anmerken, an dem verdorbenen Geschmack unserer Schönen, die mehr auf die Person sehen, die Ihre Gunst suchet, als auf die Art mit welcher sie dieses thut. Unser Frauenzimmer ist noch nicht philosophisch genug, die Vorzüge des Geistes über die Vorzüge des Körpers zu setzen. An einen Liebhaber, der ihnen gefällt, ist alles artig, alles sinnreich, und aller Witz gehet verlohren, wem die Person nicht gefällt. Wenn

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 34. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/36&oldid=- (Version vom 1.8.2018)