Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/42

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mischen, daß ich Ihnen ein leichtes Spiel verschaffe; aber ich verspreche Ihnen dieses nicht gewiß. So viel kann ich Ihnen sicher versprechen, daß ich alles thun will, was mir in dieser Sache zu thun möglich ist. Sie fragen mich, ob die alten Kunstgriffe sich bei den Schönen durch Bälle und andere Lustbarkeiten in Gunst zu setzen, noch eben die Dienste haben, die sie ehedem leisteten, ich getraue mir diese Frage mit ja zu beantworten. Das Frauenzimmer besitzt noch alle die Neigungen, die sie vor dreyßig oder vor hundert Jahren besaßen, das Vergnügen ist ihr Leben, und wer ihnen dieses verschafft, den können sie nicht hassen. Ich rathe Ihnen, keine Gelegenheit vorbei zu lassen, dem Fräulein v. W. alles ersinnliche Vergnügen zu machen, und insonderheit darauf zu sehen, daß es nach dem besten Geschmack eingerichtet ist. Ich würde Ihnen keinen Beifall versprechen, wenn Sie nach dem Beispiele unsrer Ahnen mit einer Cither unter das Fenster Ihrer Gebietherin schleichen, und sie durch

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/42&oldid=- (Version vom 1.8.2018)