Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/52

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Lampert will sich durchaus nicht entschließen, seiner ersten Liebste untreu zu werden, er will lieber meine Gunst verlieren, als sein Mädchen, und hat sich sogar verlauten lassen, daß wenn nochmals mit diesem verwünschten Vorschlag an ihn gesetzt würde, so wollte er bei Nacht und Nebel einmal fortgehen, und niemals wieder zum Vorschein kommen. Ich muß deswegen ein Bisgen laviren, er ist mir gleichwohl unentbehrlich: so einen Hausvogt findet man nicht alle Tage. Indessen will ich mein Heil noch einmal an ihm versuchen, die Gelehrten sind in puncto Sexti nicht eben so gar ehrenveste, und treiben es oftmals ärger als die Edelleute. Ich denke, man kann ja wohl von zwei Bäumen auf einmal Birnen schütteln. Wenn das Kammermädchen nur nicht eben so garstig wäre, als ihre Gebietherin schön ist, so würde der Magister meinen Befehl eher respectiren. Er hat mir indessen versprochen, es auf andere Weise dahin zu bringen, daß sie in mein Horn bläßt, das mag er immer thun, wenn alle Stricke reissen

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 50. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/52&oldid=- (Version vom 1.8.2018)