Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/88

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Sie thun indessen wohl, wenn Sie, als ein Politikus, eine Staatsfreundschaft mit ihr unterhalten. Wenn Sie bei dem Herrn v. W. einen Besuch abstatten, so will ich Sie mit Ihrer Erlaubniß begleiten, damit ich jede Mine und jede Bewegung des Fräuleins ausstudiren kann, um eine Gewißheit dadurch zu erhalten, was für Gesinnungen sie von Ihnen hegt.

Fräulein Amalia bringt mir jetzt eine schlimme Nachricht, sie hat eben einen Brief von dem Fräulein v. W. erhalten, darinnen ihr diese berichtet, daß sie heute früh auf ihrem Tische ein zusammengerolltes Pappier angetroffen, und bei Eröffnung desselben, ein vortrefliches französisches Sonnet nebst ein paar demantnen Ohrenringen gefunden hat. Sie sind abgestochen; Ihr Rival hat einen höhern Trumpf eingesetzt. Das Fräulein hat eine sehr große Freude über das Geschenke. Ihr Lobgedichte, das sie sehr heilig in ihrem Putzschrank aufzuheben versprach, fallt nun gewiß

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 86. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/88&oldid=- (Version vom 1.8.2018)