Seite:Heinrich Brandt - Ein ernstes Wort an Herrn Friedrich Dumhof.pdf/10

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Feind hat nachsagen können, „daß ich die Wolle der Schafe gesucht habe.“ Und darum ist mir dieser Passus Ihres Geschreibsels ebenfalls lächerlich. Sie sagen: „ich sey kein braver Mensch.“ Darauf erwiedere ich mit einem: Gott sey Dank! daß ich nicht so brav bin, wie Sie sind. Ich habe die Wahrheit geredet, Sie aber lügen und verdächtigen. Ich habe stark und unverblümt gesprochen, Sie aber weichen auf alle mögliche Weise aus. Ich habe für eine gerechte Sache geredet, Sie aber führen einer nichtswürdigen das Wort. Ich suchte Seelen vor Verführung zu retten, Sie aber suchen mit Ihrer Religionsmacherei Seelen in’s Verderben zu führen. Ich suche mein Brod in dem mir von Gott angewiesenen Berufe, sonach auf rechtem Wege; Sie aber suchen Ihr Leben auf einem vor Gott und Menschen verwerflichen Wege, durch Gotteslästerung, Bibelspötterei und Verhöhnung der heiligen Sacramente zu fristen. Wer ist brav? Sie oder ich? Darüber mag die gesunde Menschenvernunft den Ausspruch thun. – Sie suchen mir die Liebe abzusprechen, ein Versuch, der Ihnen vielleicht bei denen gelingen mag, die nicht wissen, was christliche Liebe ist, und doch von nichts, als Liebe reden. So, wie Sie, liebe ich allerdings die Menschen nicht, drücke auch keinem, sowie Sie und aus Ihren Gründen, die Hand, und das ist ein Trost und ein Zengniß dafür, daß ich in Christo, meinem Herrn, die Menschen nach seiner Anweisung liebe, der auch mit gewissen Leuten nicht geliebäugelt und mit dem Händedrücken nicht so freigebig war. Ja, ich sage es