Seite:Heinrich Brandt - Ein ernstes Wort an Herrn Friedrich Dumhof.pdf/9

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Plank hören mußte: „Mein Herr, unterdessen bin ich eben zu Verstand gekommen, und der verständige Mensch denkt und redet anders, als der unverständige.“

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 Gegen das Ende Ihrer sogenannten Erwiederung wandelt Sie wieder die Lust an, witzig werden zu wollen. Aber auch dieser Witz ist kein Pfeffer, sondern nur Mäusedreck, und seine Pfeile sind so stumpf, daß sie kein Blättchen Papier durchbohren. Daher mein Rath: Geben Sie doch das Witzigseynwollen auf, oder warten Sie doch den günstigen Augenblick ab, auf den weiland Lichtenberg verwiesen hat, indem er sagte: „Auch dem geistlosesten Menschen kommt in seinem Leben ein Augenblick, in dem er erträglichen Witz machen kann.“ Sie rufen mir zu: „Jetzt haben wir’s, wo Sie der Schuh drückt,“ und appelliren an meine Bauern. Damit haben Sie aber etwas ganz Vergebliches gethan, denn meine Bauern sind sammt und sonders weit gescheidter, als Sie, und lassen sich durch einen Dumhof eben so wenig in’s Bockshorn jagen, als verführen und aufhetzen. Was Sie weiter vom Scheeren der Schafe sagen, ist wieder eine schamlose Verdächtigung des ganzen Standes der evangelisch-lutherischen Geistlichkeit und ein so erbärmlicher und boshafter Erguß Ihres Neides, daß Sie mit ihm weder mich noch meine Amtsbrüder, sondern nur sich selbst beschimpfen. Was mich anbetrifft, so darf ich getrost sagen, daß mir in allen den Gemeinden, an denen ich noch als Prediger gestanden, nicht einmal ein