Seite:Hermann von Bezzel - Die sieben Sendschreiben.pdf/12

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„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16, 33) Johannes darf gewiß sein, daß er, der einst auf dem Meere wandelte, und den Sturm zum Schweigen brachte, jetzt als der Erhöhte mit umso größerer Stärke den Wellen begegnet. Er erscheint ihm als die Gewißheit, daß, so ernst auch die Stürme brausen, er, der König in der Höhe und der Meister zu helfen, doch noch größer sei. Er nennt sich den aus den Stürmen Hervorgegangenen; denn er war früher als sie. Jesus nennt sich den Ersten und erinnert seinen Jünger daran, wie er selbst gewürdigt worden sei, seinen Vorläufer und sein eigenes Wesen bis in die Ewigkeit zu verfolgen (vergl. Joh. 1, 1–14), denn „im Anfang“, ehe der Fels und ehe die Wogen kamen und die Stürme brausten, „im Anfang war das Wort.“ So spricht Christus: „Ich bin der Erste“, und als der Erste ist er zugleich auch der, vor dem die Wellen zurückbeben und der alle Gefahren und Schrecken besiegt. Aber, indem er der Erste ist, schreibt er mit Lapidarschrift, mit unverwüstlicher, unzerstörbarer Schrift, mit gewaltigen Charakteren, daß er auch sei der Letzte. Wir dürfen uns nicht vermessen, die Schrift früher zu lesen, als bis er zu Ende geschrieben hat. „Ich bin der Erste“, ich habe angefangen zu schreiben; denn ich bin von Anfang das Wort. „Ich bin der Letzte“, weil ich der Lebendige bin und das letzte Punktum auf die gesamte Weltentwicklung mache, auf daß am Ende man sagen könne: „Es ist alles geschehen.“ (Offenbg. 16, 17) Vermeßt euch also nicht, mich zu meistern, waget nicht, über meine Wege ein Urteil zu fällen, auch nicht über die rätselhaften! Waget nicht, jetzt zu reden, sondern wartet im Heiligtum,