Seite:Hermann von Bezzel - Die sieben Sendschreiben.pdf/146

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Zum 6. Sendschreiben

Schenke, o Herr, aus deiner Güte, daß wir dieser Welt Zeit und Arbeit also durchleben, daß in der Ewigkeit unsers Lebens Ertrag auch vor dir stehen möge. Gib uns, o Herr, Raum zur Buße, Zeit zur Umkehr. Gib uns den Ernst des Wandels vor dir, aber auch die Freude des Kommens zu dir, daß wir dermaleinst den Frieden in dir ewig und völlig haben mögen. Amen.

Verleihe, o Herr Jesu Christe, daß unsere Armut andere reich mache, daß unsere Mühe andere erquicke, daß unser Nichtsein dich alles werden lasse. Laß uns nicht früher aus dieser Welt gehen, als bis wir Liebe erzeigt und Liebe verbreitet haben. Laß um uns den Geist deiner Güte groß werden, nachdem er in uns Gestalt gewonnen hat. Endlich, o Herr, wenn des Lebens Lauf sich endet, dann laß uns eingehen zu dir mit Jauchzen und zu deinen Palästen mit Frohlocken. Dann laß uns erfahren, wie ewig treu du es gemeint hast. Amen.

O Herr Jesu Christe, verleihe, daß auch diese letzten Betrachtungen zu deines Namens Ehre und zum Heile unserer Seelen gereichen mögen. Laß uns bei allem, was von dir uns trennt, ernstliche Erkenntnis haben und fleißig Buße tun, und laß, was uns von dir scheiden will, ferne weg sein, nahe aber bei uns und immer näher alles das, was uns mit dir verbindet, um deiner Liebe und Treue willen. Amen.