Seite:Hermann von Bezzel - Die sieben Sendschreiben.pdf/39

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und Herrlichkeit heißt und sich erbietet gegenüber all dem, was der Gemeinde vielleicht an Leben erblüht war, ihr einen lebensvollen Kranz (V. 10) zu flechten, der hier wohl ein Dornenkranz zu sein scheint, unter dem aber die Rosen ewiger Freude und ewigen Friedens hervorquellen, so ist dieser Brief, ob auch der kleinste, doch der Brief, den der Herr Jesus mit sonderlich zarter Bewegung seines Herzens geschrieben hat. Ich wage nicht zu fragen, welche Freude wir dem Herrn gemacht haben. Grund, ihm Freude zu machen, hätten wir mehr; die Gemeinde von Smyrna hat aus Glauben heraus ihm Freude bereitet, wir gewähren nicht einmal aus Schauen heraus ihm Freude. Wir haben bereits vieles erfahren, ohne das Große und Preiswürdige, was noch im Glauben aussteht. Wie wir also dem Herrn Christus Freude machen, das ist eine für die Seele unendlich wichtige Frage. Alles das aber, womit wir ihm Freude machen wollten und möchten, ist nichts. Wir dürfen es gar nicht wissen, daß wir ihm Freude sind und alles das, womit man ihm am wenigsten Freude zu machen glaubt, das ehrt ihn. Als die Jünger des Tempels Pracht ihm zeigten (Matth. 24, 1), da hat er von dieser Stunde nichts wissen mögen. Als sie aber am Ostertage ihm ihre geängsteten Gemüter und zerschlagenen Herzen offenbarten, da war es ihm Freude. Als sie voll Freuden kamen und verkündeten, daß ihnen die Geister untertan seien (Luk. 10, 17), daß in seinem Namen die Teufel zurückwichen, da freute er sich nicht. Wenn aber ein Stephanus brechenden Auges ruft: „Herr Jesu, nimm meinen Geist auf“ (Ap.-Gesch. 7, 58), so ist er ein Mensch, dessen die Welt nicht wert war, und was die Welt