Seite:Hermann von Bezzel - Die sieben Sendschreiben.pdf/42

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und winterliches Grämen im Leben Frühling und Frühlingsfreude folgt, daß einmal der Winter überwunden und der Frühling bleiben wird für alle Zeit. Und der Sieg bleibt, alles dagegen, was dem Siege vorangegangen ist, wird klein erscheinen.

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 „Ich weiß deine Werke und deine Trübsal und deine Armut. (Du bist aber reich). (V. 9a) „Ich weiß!“ Wie wir es bei der Gemeinde von Ephesus so tröstlich hörten, so auch jetzt hier: „Jesus Christus weiß.“ Als ob die Gemeinde von Ephesus jetzt gar nicht mehr vorhanden wäre, wendet er sich an die Gemeinde von Smyrna; als ob sie jetzt ganz allein vor ihm stünde, redet er mit ihr von ihrem gebückten Zustand: Du bist in der Enge und Trübsal, du hast Auswege gesucht und nicht gefunden, du hast aus den Verlegenheiten heraus gewollt und sie wurden größer. Ich weiß deine Enge, dein Gedränge. Ich weiß! Hebe deine Augen auf! – O wir Toren und trägen Herzens, die wir Weg und Steg suchen, während vor unsern Augen sich der Weg hinzieht, den er selbst gegangen! In dem „ich weiß!“ liegt zugleich der Ausweg. Das ist ja seine Gnade, daß er unsern Weg und Pfad verwehen läßt, auf daß wir seinen Weg erkennen können. Ich weiß dein Gedränge. Du bist am meisten darüber bekümmert, daß die recht haben sollen, die da sagen: Wo ist nun dein Gott? Du hast geglaubt und geharrt und bist betrogen. „Aber ich weiß deine Armut, du bist reich.“ Es zeigt uns Christus damit, was vom Menschenurteil zu halten ist. „Was alles gilt, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb.“[1] Die Gemeinde klagt über ihre Armut und trauert im Witwenschleier, aber er

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Aus dem Lied von Gottfried Arnold (1666–1714) "So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen", Strophe 5.