Seite:Hermann von Bezzel - Die sieben Sendschreiben.pdf/49

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bei uns recht groß werde! Das Höchste knüpft immer am Kleinsten an: Lebenskränze für die, welche hier alles aufgegeben haben.

 „Wer überwindet, der wird vom ewigen Tod nicht geschädigt werden.“ (V. 11) Während die Kränze, die wir in die Ewigkeit mitbringen, welken müssen, wird der Kranz, den er uns gibt, nimmer welken und uns vor dem andern Tod behüten. Wer da gesiegt hat, dem wird kein Blatt aus diesem Lebenskranz genommen werden und auch der ewige Tod wird ihn unversehrt lassen. Wem da das Herz nicht vor Freuden übergeht, daß eine Zeit kommt, wo auf diesem armen, sterblichen und geängsteten Haupt die Lebenskrone steht, dem ist nimmer zu helfen. Wer aber das Sehnen hat, daß aus dem Reichtum seiner Gnade der Lebenskranz unser armes Haupt einst schmücke, der reinigt sich, gleichwie er auch rein ist.

 So lasset uns glauben, hoffen, beten, daß jeder Christ, der da treu sein möchte, schon treu ist; daß jeder Christ, der da begehrt, immer ernster, inniger ihm zugewendet zu sein, fürs Irdische, wie fürs Himmlische ein guter Haushalter werde! Ach, wenn des Menschen Sohn, der einst arm war und aus Armut reich geworden ist, zu allen sagen möchte, wenn er wiederkommt: „Ich weiß deine Armut, deine Gedrücktheit und kenne, wie viel welke Blüten den Lebensstrom hinabgetrieben sind“; „wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von allen Todesschrecken“, wer überwindet, der soll neben dem Ueberwinder im Siegeskranz stehen.

„Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne
Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone,