Seite:Hermann von Bezzel - Die sieben Sendschreiben.pdf/6

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Christus, der nicht mehr Menschliche, zu Menschen redet, sondern göttlich zu Sündern, weil aus ihnen die vollendete Klarheit einerseits, andererseits die vollendende Klarheit leuchtet, weil aus ihnen uns zur Klarheit wird, wie einst der erhöhte Christus mit jedem einzelnen Christen reden wird, da in diesen sieben Sendschreiben die siebenfache Entfaltung der Seele enthalten ist.

 Diese Briefe sind aber einem Manne gegeben, der das Bindeglied der Gemeinde sein sollte zwischen einer großen Vergangenheit, einer armen und kärglichen Gegenwart und einer unaussprechlich herrlichen Zukunft.

 Johannes, der Evangelist, hat der Gemeinde drei Werke hinterlassen und sie mit dem Bande umschlungen, durch welches Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammengeknüpft sein sollen. Johannes ist zuerst der Zeuge einer großen Vergangenheit. Er ist der Jünger, der als Sünder wie als Christi Knecht ein Donnerssohn war. Als Sünder zuerst ein Mann leidenschaftlichen Eifers, ein Mann des entschiedenen Willens, bei dem auf den Blitz des Gedankens alsbald das Wort der Entscheidung folgte. Aber vergessen wir nicht, daß Jesus ihm diesen Namen gibt, nachdem er bereits in seiner Nachfolge gestanden ist. (Mark. 3, 17) Also muß diese Leidenschaft in der christlichen Nachfolge sich verklärt haben. Er heißt ein Donnerskind, weil erglühend ist in der Liebe zum Herrn. Wie das Gewitter majestätisch über die Erde rauscht, so geht seine Liebe zum Herrn über alle Lande hin. Er hat einst seinen Meister gefragt: „Meister, wo bist Du zur Herberge?“[1] Damals hat er noch nicht geahnt, daß er einst seinem

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Joh. 1,38.