Seite:Hermann von Bezzel - Die zehn Gebote.pdf/7

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Vorbemerkung.




 Der heimgegangene Präsident D. Dr. Hermann von Bezzel, Exzellenz, hat in den wöchentlichen Bibelstunden, die er vom Beginn seines Münchener Aufenthalts an im Betsaal der Diakonissenanstalt in der Arcisstraße zu halten pflegte, im Oktober 1913 den Kleinen Katechismus Luthers zu erklären begonnen. Er war bis zu den ersten Bitten des Hl. Vaterunsers gelangt, als ihm die Todeskrankheit Schweigen auferlegte. Von treuen Händen waren die Predigten nachgeschrieben worden. Nach dem Tode des Präsidenten wurde der dringende Wunsch laut, die Predigten über die vollendeten zwei ersten Hauptstücke durch den Druck zu veröffentlichen. So wurde im Einverständnis mit den Hinterbliebenen die Drucklegung zunächst der Predigten über die zehn Gebote beschlossen.

 Dem Unterzeichneten war es eine wehmütige Freude und eine willkommene Dankespflicht gegen den Heimgegangenen, unter dem er früher hat arbeiten dürfen, die Handschrift für den Druck vorzubereiten. Es leitete ihn die Absicht, die Unmittelbarkeit des gesprochenen Wortes, den lebenskräftigen Erdgeruch der frisch gepflügten Scholle, sorgfältig zu schonen selbst auf Kosten der glatten Lesbarkeit. Es war ihm dabei ein lieber Gedanke, daß durch diese Predigten der Entschlafene, dessen Stimme zum Jubiläumsjahr der Reformation man allenthalben schmerzlich vermißt, noch übers Grab herüber zu seinem lieben deutschen Kirchenvolk reden darf von einem der köstlichsten Kleinode der Reformation. Was aber von Herzen kommt, das geht zu Herzen.

 Neuendettelsau, September 1917.

Götz, Pfarrer.