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10. Stunde.
Lied 242, 6 u. 7. Johannes 17, 6–26.


  Gebet: O Herr Jesu Christe, der Du vor Deinem Scheiden für Deine ganze Gemeinde auf Erden gebetet hast, daß sie von Dir ungeschieden bleiben möge und hast in Kraft des Gebets die große und wirklich ernstliche Sehnsucht nach Dir in die Herzen Deiner Gläubigen gesenkt, verleihe uns allen, daß wir, die wir jetzt einmütig glauben und bekennen, dermaleinst einmütig loben und erkennen mögen, um Deiner ewigen Treue und Erbarmung willen. Amen.
 

 „Dieweil du hast behalten das Wort meiner Geduld, will Ich dich auch behalten“ spricht der Herr. Um dieses Wort haben sich, so oft eine große Entscheidung in seinem Reiche nahte, seine Christen immer wieder gedrängt, von diesem Wort Kraft genommen, so im Kampf wie zum Sieg. Darum wollen auch wir in dieser letzten Stunde des Einsegnungsunterrichts, mit allerlei ernsten und treuen Versprechungen zu dem nahen, der Versprechungen zwar kennt und über ihre Nichterfüllung trauert, aber sie doch auch will, damit Er an den Versprechungen sehe, Seine Gemeinde denke an Ihn.

 Meine Schwestern in Christo, wollen wir vor allen Dingen von uns den Zahlenbegriff tun, der im Reiche Gottes so viel geschadet hat. Es heißt nicht: Denke an Deine Zahl, die große Herde, es ist nirgends der Zahl der Sieg verheißen, es heißt vielmehr: Fürchte dich nicht, du kleine Herde. Wenn in diesem großen Ganzen einmal eine doch auf die Jahrzehnte nicht verschiebbare Trennung stattfinden sollte, und sich die Ernsten von den Lauen scheiden, was in einer Frauengemeinde weit leichter vor sich geht, als in einer anderen, so soll man nicht darüber trauern, sondern wissen, es gibt Verluste, die Gewinne sind. Wie oft hat man in den letzten Jahren gesagt: So kann es mit der Größe, mit dem Wachstum nicht weitergehen, ohne daß man doch ein rechtes Mittel hätte angeben können, wie man dem Wachstum steuere. Ich zähle es auch zu den Freundlichkeiten,