Seite:Hermann von Bezzel - Predigt beim 25jährigen Jubiläum des Vereins für innere Mission in Nürnberg.pdf/6

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Armenpflege sann und drang, ein Andreas Rehberger in die Witwenstuben und Armenhäuser als Bringer einer guten Botschaft kam, Tobias Kießling, der Kaufmann mit der köstlichen Perle, um die Seelen seiner Mitbürger warb, wie der junge Pfarrverweser von Ägidien vor achtzig Jahren Bürgermeister, Patrizier und Professoren mit schlichten Bürgern um leibliche und geistliche Verarmung sich scharen hieß, so haben – dankbar sei der Heimgegangenen gedacht – ein Reindel und Heller, ein Bartholdy und Schwanhäußer den aus Gott geborenen Gedanken in sich Raum schaffen lassen: Was ihre innerste Kraft war, das drängte zu kraftvoller Tat: Ich gedenke des feurig wagenden, lebensvollen und Leben weckenden ersten Pfarrers Eurer Christuskirche, der sinnigen und innigen Leutseligkeit des unvergeßlichen Dekans Heller, der für Jedermann Zeit hatte, nur nicht für sich, ich erinnere an die feine Sorgsamkeit eines Bartholdy und an die selbstlose Nüchternheit und unverdrossene Rüstigkeit seines Nachfolgers. Wir wollen nicht Menschen rühmen, sondern den, aus dem ihr Wesen und Werk geboren war und freudig sprechen: Alles, was aus Gott geboren ist.

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 Wir wollen auch nicht die Werke aufzählen, die in fünfundzwanzig Jahren Christentreue getan und geplant hat, noch die Anstalten nennen, in denen Gefallene und Gefährdete, Verlassene und Verlorene Rat und Hilfe finden, wir können nicht im einzelnen nachzählen, wie viel Rinnsale durch die mächtig sich ausbreitende Stadt und ihre Not hingeleitet wurden – wir wollen es nicht und wir können nicht. Aber wir erheben die Beichtfrage: War Alles aus Gott geboren, hat jedes Werk von Ihm den Ursprung und die Beglaubigung empfangen und der Reichtum der Betätigung bei Ihm die Stille gesucht, sind unsere Anstalten in Stein geformte Erlebnisse der Gottesnähe, Darstellungen aus einer geheimnisreichen Stunde, da Er uns das Herz rührte, ging durch alle Arbeit der warme Hauch des Persönlichen, den die Ewigkeit schenkt und der Augenblick gebiert, haben die vielen Tausende von der inneren Mission nicht den kärglichen Zehrpfennig einer Abschlagszahlung, sondern die unvergessene und unbezahlbare Wahrhaftigkeit der Liebe erfahren? Und die weitere Beichtfrage: Ist die sog. innere Mission,