Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/124

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Fürs erste verdanke ich es meinem Aufenthalte in ***, daß ich von manchem gefährlichen Irrthum, in den ich bisher versunken, gänzlich geheilt worden, so wie ich auch die kindische Achtung für Personen, die ich sonst für groß und genial gehalten, gänzlich verloren. Nächst einer aufgedrungenen, aber sehr heilsamen Geistesdiät bewirkte meine Gesundheit der mir angerathene fleißige Genuß des äußerst klaren, reinen Wassers, das in *** aus vielen Quellen, vorzüglich bei dem Theater – nicht sprudelt? – nein! – sondern sanft und leise daher rinnt.

So denke ich noch mit wahrer innerer Schaam an die Achtung, ja die kindische Verehrung, die ich für den Dekorateur, so wie für den Maschinisten des ..r Theaters hegte. Beide gingen von dem thörichten Grundsatz aus: Dekorationen und Maschinen müßten unmerklich in die Dichtung eingreifen, und durch den Total-Effekt müßte dann der Zuschauer, wie auf unsichtbaren Fittigen, ganz aus dem Theater heraus in das fantastische Land der Poesie getragen werden. Sie meinten, nicht genug wäre es, die zur höchsten Illusion mit tiefer Kenntniß und gereinigtem Geschmack angeordneten Dekorationen, die mit zauberischer, dem Zuschauer unerklärbarer Kraft wirkenden Maschinen anzuwenden, sondern ganz vorzüglich käme es auch darauf an, Alles, auch das Geringste zu vermeiden, was