Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/179

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– Aber die bösen feindlichen Mächte hatten sich vereint zu der verderblichen Constellation, die mein unglückliches Schicksal entschied. Szipio heulte warnend – Mahudes bat in kläglichen Accenten. Schon wollte ich fort – da rauschte es am Fenster – ein Päckchen fiel herab; ich wollte hin, da fühlte ich mich von dürren Schlangenarmen umklammert, ein langer Storchhals dehnte sich aus über meinen Nacken, eine spitzige eiskalte Geiernase berührte meine Schnauze – blaue – pestdampfende Lippen hauchten mich an mit todbringendem Höllenathem – die Leuchte entsank meinen Zähnen, ein Faustschlag zerstörte sie.

„Hab’ ich Dich endlich – Du Hurensohn! – Du garstiger, Du geliebter Montiel! Jetzt lasse ich dich nicht mehr, o mein Sohn Montiel – mein guter Junge, habe ich Dich endlich!“ –

So schrie die schnarrende Stimme des Ungethüms mir in die Ohren! – Ach, ich war außer mir selbst – das verfluchteste Ungeheuer der Hölle, die verdammte Cannizares war’s, die auf meinen Rücken gesprungen, mich fest umklammert hielt – mein Athem stockte. – Mit dem besten Häscherhauptmann und seinen Gesellen hätte ich es, wohlgefüttert und stark, wie ich war, aufgenommen, allein hier sank mein Muth! – O daß dich Beelzebub tausendmal in seinem Schwefelpfuhl ertränkt hätte! – Ich fühlte den ekelhaften Leichnam,