Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/211

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

seitwärts sich der versammelte Troß anreihte, ging es wie ein Triumphaufzug den langen Flur hinauf, hinab! – Plötzlich trat eine große stattliche Frau von mittleren Jahren aus der Thüre des Vorzimmers und sprach, indem sie meine schöne Reiterinn scharf fixirte: Seht mir die tollen Kinderpossen! Cäzilia verließ meinen Rücken, und wußte so kindlich bittend mein unvermuthetes Einfinden, mein gutes Temperament, mein neckisches Wesen darzustellen, daß endlich die Mutter zum Hausknecht sagte: Gebt dem Hunde zu fressen, und wenn er sich an das Haus gewöhnt, so mag er hier bleiben und des Nachts Wache halten.

Ich. So warst Du denn nun angenommen!

Berganza. Ei, mein Freund! der Ausspruch der gnädigen Dame war wie ein Donnerschlag in meinen Ohren, und hätte ich nicht in dem Augenblick auf meine höfischen Künste gerechnet, ich wäre auf und davon gelaufen. Ich würde Dich nur ermüden, wenn ich Dir alle Mittel weitläufig herzählen sollte, wie ich mich aus dem Stall in den Hausflur hinauf und endlich in die Prunkzimmer der Dame hineinschmeichelte. – Nur so viel davon! – Die Kavalkaden des kleinen Knaben, welcher der Mutter Liebling zu seyn schien, retteten mich zuerst aus dem Stall, und die Zuneigung des holden Mädchens, der ich gleich mit ganzer Seele ergeben, als ich sie zum ersten Male