Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/212

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sah, brachte mich endlich in die Zimmer. Das Mädchen sang so vortrefflich, daß ich es wol merkte, wie der Kapellmeister Johannes Kreisler nur sie gemeint hatte, wenn er von der geheimnißvollen zauberischen Wirkung des Tons der Sängerinn sprach, deren Gesang in seinen Werken lebe, oder sie vielmehr dichte. – Sie hatte nach Art der guten Sängerinnen in Italien die Gewohnheit, jeden Morgen eine gute Stunde lang zu solfeggiren; ich schlich mich dann bei guter Gelegenheit zu ihr in den Saal, wo der Flügel stand, und horchte ihr aufmerksam zu. Hatte sie geendigt, so gab ich ihr meinen Beifall durch allerlei lustige Sprünge zu erkennen, wofür sie mich mit einem guten Frühstück belohnte, das ich auf die anständigste Weise, ohne den Fußboden zu beschmutzen, verzehrte. So kam es denn, daß man endlich im ganzen Hause von meiner Artigkeit und von meiner besondern Neigung zur Musik sprach, und Cäzilie besonders, nächst diesen guten Eigenschaften, meine Galanterie gegen ihr Seidenhäschen rühmte, das mich ungestraft bei den Ohren zupfe u. s. w. Die Dame vom Hause erklärte mich für einen scharmanten Hund, und ich wurde, nachdem ich einem litterarischen Thee und einem Konzert mit der gehörigen Würde und einem nachahmenswerthen Anstande beigewohnt, der Kammerklub, dem mein romanesker Eintritt ins Haus erzählt worden, mich auch mit dem