Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/235

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seltsame Contraste und widrige Elemente sich zu einer besondern Mischung in den Geistern ihrer Kinder vereinigt hätten. Außer Cäzilien hatte sie aber noch drei ältere Söhne, die unbedeutend und stumpf ausgeprägt waren, wie gemeine Scheidemünze, und dann ein jüngeres Mädchen, die in allen ihren Aeußerungen weder Gemüth noch Verstand zu erkennen gab. Cäzilia war demnach die Einzige, die wirklich von der Natur nicht allein mit einem tiefen Sinn für die Kunst, sondern auch mit einem genialen Produktionsvermögen ausgestattet war. Bei einem weniger kindlichen unbefangenen Gemüthe, hätte sie aber die Feierlichkeit, mit der die Mutter sie behandelte, und die beständigen Aeußerungen, wie in ihr eine Künstlerinn geboren sey, wie es noch nie eine gab, leicht überspannen und auf Abwege führen können, von denen wenigstens ein Frauenzimmer nicht so leicht wieder zurückkehrt.

Ich. Wie, Berganza, Du glaubst auch an die Unverbesserlichkeit der Weiber?

Berganza. Mit ganzer Seele! – Alle verschrobenen, überbildeten oder geistig erstarrten Weiber gehören, wenigstens nach dem fünf und zwanzigsten Jahr, unerbittlich ins ospitale degli incurabili, es ist mit ihnen nichts mehr zu machen. Die Blüthezeit der Frauenzimmer ist zugleich ihr eigentliches Leben, in dem sie sich mit nie erschlaffender Kraft doppelt aufgeregt