Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/242

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Namen sie bedeutungsvoll trug, darzustellen. – Kaum war das Wort gegeben, als die Freunde in rastloser Thätigkeit sich beeiferten, Alles herbeizuschaffen und anzuordnen, was zur würdigen und effektvollen Darstellung der Heiligen durch die holde Geliebte nöthig war. Der Dichter wußte eine sehr gute Copie der heiligen Cäzilia von Carlo Dolce, die sich bekanntlich in der Dresdener Gallerie befindet, aufzutreiben, und da er zugleich ein geschickter Zeichner war, zeichnete er dem Theaterschneider des Orts so genau jeden Theil der Gewänder vor, daß dieser im Stande war, aus schicklichen Stoffen Cäziliens Draperie ganz herzustellen; auch der Musiker that geheimnißvoll, und sprach von dem Effekt, den man ihm allein verdanken werde. Cäzilia, als sie das emsige Bemühen der Freunde sah, als Beide mehr als je sich beeiferten, ihr tausend angenehme Dinge zu sagen, fand immer mehr Interesse an der Rolle, die sie erst hartnäckig verschmäht hatte, und konnte kaum den Tag der Darstellung erwarten, der nun endlich herankam.

Ich. Ich bin begierig, Berganza! – wiewohl ich wieder einigen teuflischen Unrath merke.

Berganza. Diesmal hatte ich mir vorgenommen in den Saal zu dringen, es koste was es wolle; ich hielt mich an den Philosophen, und dieser, aus reiner Dankbarkeit, daß ich seiner Schelmerei so beigestanden,