Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/258

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Artikel geworden sind, und Jeder, der auch mit dem ungeübtesten Blick, ohne alle Vorkenntnisse hineinguckt, sich berufen fühlt, darüber hin und her zu schwatzen.

Ich. Aber da Du selbst so viel poetischen Sinn zeigst, ja selbst des poetischen Ausdrucks mächtig bist, so, daß, da Du Deine Pfote schwerlich jemals wirst zum Schreiben brauchen können, ich immer Deinen Schreiber machen und jedes Deiner Worte aufschreiben möchte, so oft Dir der Himmel zu sprechen vergönnt; sage mir, ist wol die Absicht unserer neuen Dichter, das Theater wieder aus dem Schlamme zu ziehen, in den es bisher versunken, zu verkennen? – Wie viel herrliche Bühnenwerke sind in der neuesten Zeit entstanden, und –

Berganza. Halt, lieber Freund! dies Bestreben, endlich einmal die Bühne auf den ihr gebührenden hohen poetischen Standpunkt zu erheben, und sie aus dem Schlamme der Gemeinheit zu retten, verdient die rege Theilnahme und das aufmunternde Lob aller wahrhaft poetisch Gesinnten; allein außerdem, daß sich noch eine ganze Masse Menschen, die den Pöbel auf ihrer Seite hat, oder vielmehr selbst der Pöbel ist, einerlei, ob er aus der Loge oder von der Gallerie ins Theater schaut, jenem Bestreben entgegensetzt, so scheint auch die Verworfenheit und die Imbezillität unserer