Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/265

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gehen, und eben so normal das Theater sich verändert.

Ich. Ach, Berganza! Du hast ein wahres Wort gesprochen. – Aber, ist es denn nicht eine furchtbare Eitelkeit, die nur durch die stupideste Stupidität erzeugt werden kann, wenn solch ein Bursche sich über das Werk des Dichters, das dieser so lange im Innern trug, wovon er jeden Moment wohl überdachte und überlegte, ehe er das Ganze gerundet aufschrieb, erheben will? Aber gerade in den Werken der größten Dichter entfaltet sich nur dem poetischen Sinn der innere Zusammenhang; der Faden, der sich durch das Ganze schlängelt, und jeden kleinsten Theil dem Ganzen fest anreiht, wird nur dem tiefen Blick des ächten Kenners sichtbar. Darf ich’s denn wol noch sagen, daß das bei dem Shakespeare mehr, als bei irgend einem andern Dichter der Fall ist?

Berganza. Ich setze hinzu: und bei meinem Calderon, dessen Schauspiele zu meiner guten Zeit in Spanien das Publikum entzückten.

Ich. Du hast recht, und Beide sind auch innig verwandte Geister, die sich oft sogar in ähnlichen Bildern aussprechen.

Berganza. Es giebt nur eine Wahrheit. – Aber was sagst Du zu dem gewissen Mittelgut, das