Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/275

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behandeln? – Die beiden Gebote: Du sollst nicht stehlen, und du sollst nicht ehebrechen, sind schon ganz artig theatralisch ausgeführt worden, und es käme nur darauf an, solche Gebote, als z. B. du sollst nicht begehren etc. schicklich einzukleiden.

Ich. Vor einiger Zeit klang der Einfall weniger ironisch, als jetzt. Doch wie war es möglich, daß jene weinerliche, moralisirende Periode bis zur höchsten Stufe der unerträglichsten Langeweile, sich nicht mit einem allgemeinen Auflehnen dagegen, mit einer plötzlichen Revolution endigen konnte, sondern nach und nach verbleichen und verlöschen mußte?

Berganza. Ich glaube nicht, daß ihr Deutsche, selbst bei dem schwersten Druck, zum Aufstande, dagegen durch einen plötzlichen Blitz aufzuregen seyd. Indessen würde die Sache doch anders, und zwar eindringender, schneller gegangen seyn, wenn ein herrlicher Dichter, der Euch noch manchmal bis in das Innerste hinein erfreuen wird, damals seinen gerechten Abscheu gegen die armseligen Bretter überwunden, und uns ein Mährchen, wie Gozzi das Mährchen von den drei Pomeranzen, von der Bühne herab erzählt hätte. – Wie es nur an ihm lag, mit der ihm zu Gebote stehenden unendlichen poetischen Kraft das jämmerliche Kartenhaus einzuschließen, zeigt die Wirkung,