Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/278

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nicht viel, denn der reine, einfarbige Charakter ist selten.

Ich. Was willst Du damit sagen?

Berganza. Nächst denen, die nur im äußern Prunkstaat der Poesie erscheinen, nächst Euern geleckten Männlein, Euern gebildeten gemüth- und herzlosen Weibern, giebt es noch welche, die von innen und außen gesprenkelt sind, und in mehreren Farben schillern, ja bisweilen wie das Chamäleon die Farben wechseln können.

Ich. Noch immer verstehe ich Dich nicht –

Berganza. Sie haben Kopf – Gemüth – aber nur dem Geheiligten entfaltet die blaue Blume willig ihren Kelch!

Ich. Was willst Du mit der blauen Blume?

Berganza. Eine Erinnerung an einen verstorbenen Dichter, der zu den reinsten gehörte, die jemals gelebt. Wie Johannes sagte: leuchteten in seinem kindlichen Gemüthe die reinsten Strahlen der Poesie, und sein frommes Leben war ein Hymnus, den er dem höchsten Wesen und den heiligen Wundern der Natur in herrlichen Tönen sang. Sein Dichtername war: Novalis!