Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/47

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wie verschwunden, und mehrere Tage hinter einander suchte ich ihn im Thiergarten vergebens. – –




Einige Monate waren vergangen, als ich an einem kalten regnichten Abende mich in einem entfernten Theile der Stadt verspätet hatte und nun nach meiner Wohnung in der Friedrichsstraße eilte. Ich mußte bei dem Theater vorbei; die rauschende Musik, Trompeten und Pauken, erinnerten mich, daß gerade Glucks Armida[a 1] gegeben wurde, und ich war im Begriff hineinzugehen, als ein sonderbares Selbstgespräch, dicht an den Fenstern, wo man fast jeden Ton des Orchesters hört, meine Aufmerksamkeit erregte.

Jetzt kommt der König – sie spielen den Marsch – o paukt, paukt nur zu! – ’s ist recht munter! ja ja, sie müssen ihn heute eilfmal machen – der Zug hat sonst nicht Zug genug. – Ha ha – maestoso – schleppt euch, Kinderchen. – Sieh, da bleibt ein Figurant mit der Schuhschleife hängen. – Richtig, zum zwölften Mal! und immer auf die Dominante hinausgeschlagen. – O ihr ewigen Mächte, das endet nimmer! Jetzt macht er sein Kompliment – Armida dankt ergebenst. – Noch einmal? – Richtig, es fehlen noch zwei Soldaten! Jetzt wird ins Recitativ hinein gepoltert. – Welcher böse Geist hat mich hier festgebannt?


  1. Armide (1777), Oper von Gluck.