Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/71

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2. Ombra adorata![1]


Wie ist doch die Musik so etwas höchst Wunderbares, wie wenig vermag doch der Mensch ihre tiefen Geheimnisse zu ergründen! – Aber wohnt sie nicht in der Brust des Menschen selbst und erfüllt sein Inneres so mit ihren holdseligen Erscheinungen, daß sein ganzer Sinn sich ihnen zuwendet und ein neues verklärtes Leben ihn schon hienieden dem Drange, der niederdrückenden Qual des Irdischen entreißt? – Ja, eine göttliche Kraft durchdringt ihn, und mit kindlichem frommen Gemüthe sich dem hingebend, was der Geist in ihm erregt, vermag er die Sprache jenes unbekannten


  1. Wer kennt nicht Crescentini´s herrliche Arie: Ombra adorata, die er zu der Oper Romeo e Giulietta von Zingarelli komponirte, und mit ganz eigenem Vortrage sang.[a 1]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Niccolò Antonio Zingarelli (1752-1837), italienischer Komponist. Seine Oper Romeo e Giulietta wurde 1796 in Mailand uraufgeführt, die Arie Ombra adorata aspetta (Nun fühl’ ich Ruh’) war eine Einlegearie von Girolamo Crescentini (1762–1846) – italienischer Kastratensopran und Komponist – für diese Oper.